Das neueste Update für Le Mans Ultimate (v1.2.3.0) hat die Karten neu gemischt. Wer dachte, er könne seine mühsam erarbeiteten Setups aus der Vorsaison einfach eins zu eins übernehmen, wird spätestens in der ersten Kurve eines Besseren belehrt. Mit der Einführung der Rim Thermals (Felgenthermik) und einem grundlegend überarbeiteten Reifenmodell für die Hypercar-Klasse hat Entwickler Studio 397 die Messlatte für Realismus – und Komplexität – ein gewaltiges Stück nach oben geschraubt.
In diesem Beitrag erfahrt ihr, an welchen Stellschrauben ihr drehen müsst, damit euer Prototyp nicht nur schnell, sondern auch über die Distanz stabil bleibt.
1. Die Reifen-Revolution: Druck und Thermik
Das neue Reifenmodell ist das Herzstück des Updates. Es simuliert nun den Wärmeaustausch zwischen Bremsscheibe, Felge und dem Reifeninneren.
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Der "Minimum-Pressure"-Meta: In der aktuellen Version ist es fast durchgehend optimal, mit dem minimal möglichen Reifendruck zu starten. Warum? Die Reifen dehnen sich durch die Hitzeentwicklung der Felgen im Stint stärker aus als früher. Ein niedriger Startdruck sorgt dafür, dass der Reifen im "Hot State" eine stabilere Kontaktfläche behält.
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Brake Ducts sind das neue Thermostat: Die Bremsbelüftung dient nicht mehr nur der Bremse. Sie ist euer primäres Werkzeug, um die Kern-Temperatur (Core) der Reifen zu steuern.
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Tipp: Wenn eure Lauffläche warm ist, aber der Kern kalt bleibt, schließt die Kanäle (niedrigere Werte). Die Hitze der Bremse wandert so direkt in die Felge und wärmt den Reifen von innen.
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2. Elektronik: TC-Logik neu gedacht
Die Traktionskontrolle wurde für alle Hypercars (und GTE/GT3) neu kalibriert. Wir haben nun eine deutlich feinere Trennung zwischen Eingriff und Erlaubnis.
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TC Cut vs. TC Slip: Experimentiert mit niedrigeren Werten beim TC Cut (dem tatsächlichen Motoreingriff). Das neue Physik-Modell ist berechenbarer; ein zu hoher Cut-Wert macht das Auto beim Herausbeschleunigen unnötig träge. Nutzt den TC Slip, um festzulegen, wie viel Rotation das Heck zulassen darf, bevor die Elektronik überhaupt "Guten Tag" sagt.
3. Fahrwerk & Aero: Der Kampf gegen das "Bottoming"
Die Aerodynamik reagiert nun wesentlich empfindlicher auf physischen Kontakt mit der Strecke.
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Ride Height (Bodenfreiheit): "So tief wie möglich" kann jetzt nach hinten losgehen. Das physikalische Modell für das Aufsetzen des Unterbodens (Bottoming) wurde verschärft. Setzt der Wagen auf, reißt der Luftstrom unter dem Auto abrupt ab – die Folge ist ein plötzlicher Grip-Verlust.
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Anpassung: Erhöht die Bodenfreiheit um 1–3 mm im Vergleich zu alten Setups, um Puffer für Bodenwellen und Curbs zu haben.
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Brake Bias (Bremsbalance): Das neue Reifenmodell macht das Heck beim Anbremsen nervöser. Eine Verschiebung der Balance um 1–2 % nach vorne stabilisiert das Fahrzeug in der kritischen Einlenkphase.
4. Fazit: Zurück auf Los?
Ein altes Setup per "Copy & Paste" zu retten, ist in v1.2.3.0 ein riskanter Weg. Mein Rat: Ladet das neue Default-Setup als Basis. Die Standardwerte für Reifendrücke und Bremsbelüftung sind seit dem Update deutlich näher am realen Optimum als zuvor. Nutzt eure alten Setups lediglich als Referenz für Flügelwerte oder Getriebeübersetzungen.
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