Technik-Guide: Die LMP-Klasse in Le Mans Ultimate – Alles, was du über LMP2 & LMP3 wissen musst
Le Mans Ultimate (LMU) hat die Simracing-Welt im Sturm erobert. Während alle Augen oft auf die glänzenden neuen Hypercars gerichtet sind, wissen echte Endurance-Fans: Die wahre Action und die beste Schule für Prototypen-Fahrer findet in den LMP-Klassen statt.
In diesem Technik-Guide werfen wir einen detaillierten Blick unter die Haube der LMP2 und LMP3 Boliden in LMU. Wir klären die technischen Unterschiede, worauf es beim Setup ankommt und wie du mit der richtigen Hardware (und den passenden SimHub-Profilen!) die letzten Zehntel herausholst.
Die Hierarchie der Prototypen
Bevor wir ins Detail gehen, kurz zur Einordnung:
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LMP2 (Le Mans Prototype 2): Die Königsklasse für Privatiers. Extrem schnell, enormer Abtrieb, physisch fordernd.
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LMP3 (Le Mans Prototype 3): Die Einstiegsklasse. Weniger komplex, weniger Aero, aber ein rohes und ehrliches Fahrgefühl.
1. LMP2: Das Aero-Monster (Oreca 07)
In Le Mans Ultimate ist die LMP2-Klasse faktisch ein "Spec-Racing" mit dem Oreca 07. Das macht die Rennen extrem eng, da es nur auf das Setup und den Fahrer ankommt.
Die Technik
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Motor: Gibson GK428 V8 (4.2 Liter). Ein Saugmotor, der Drehzahl liebt.
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Leistung: Ca. 540 PS (je nach BoP und Reglement-Stand im Spiel).
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Gewicht: ca. 930 - 950 kg.
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Elektronik: Traktionskontrolle (TC) ist vorhanden, aber reglementiert. Kein ABS.
Fahrverhalten & Tipps
Der LMP2 lebt vom Abtrieb. In schnellen Kurven (wie den Porsche-Kurven in Le Mans) klebt das Auto förmlich auf der Straße.
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Trust the Aero: Du musst lernen, dem Auto bei hohen Geschwindigkeiten zu vertrauen. Gehst du vom Gas, verlierst du Anpressdruck und damit Grip.
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Reifen-Management: Da LMU auf der rFactor 2 Physik-Engine basiert, ist das Reifenmodell gnadenlos. Ein rutschendes Heck im LMP2 überhitzt die Hinterreifen sofort. Ein "Loose"-Setup ist schnell, aber über einen Stint schwer zu managen.
Hardware-Tipp: Da die Lenkkräfte durch den hohen Nachlauf und Abtrieb enorm sind, empfehlen wir Direct-Drive Bases mit hohem Drehmoment. Ein steifes Simrig ist hier Pflicht, um die Details im Force Feedback nicht in Vibrationen des Rahmens zu verlieren.
2. LMP3: Die rohe Schule (Ligier JS P325/ Ginetta G61-LT-P3 Evo )
Der LMP3 wird oft unterschätzt, ist aber in LMU eine der spaßigsten Klassen. Er ist langsamer als der LMP2, fühlt sich aber oft "schneller" an, weil er unruhiger liegt.
Die Technik
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Motor: Nissan VK56 V8 (5.6 Liter). Viel Drehmoment von unten raus.
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Leistung: Ca. 455 PS.
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Aero: Deutlich weniger komplex als beim LMP2.
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Elektronik: Traktionskontrolle (TC) ist in der Regel vorhanden, aber kein ABS.
Fahrverhalten & Tipps
Der LMP3 fährt sich eher wie ein sehr leichter, sehr steifer GT-Wagen mit mehr Grip.
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Bremsen: Da der LMP3 weniger Abtrieb hat als der LMP2, ist die Bremszone kritischer. Du kannst dich nicht so sehr auf die Aero-Bremse verlassen. Das Blockieren der Räder (Lock-ups) passiert hier viel schneller.
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Momentum: Der Nissan-V8 hat Drehmoment, aber dem Auto fehlt der Top-Speed der großen Brüder. Kurvengeschwindigkeit mitnehmen ist essenziell.
3. Der direkte Vergleich: Wo verliert man Zeit?
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Feature |
LMP2 |
LMP3 |
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Kurvenverhalten |
Wie auf Schienen in High-Speed-Kurven. |
Muss in schnellen Kurven "gearbeitet" werden. |
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Bremsen |
Kurze Bremswege dank massiver Aero & Carbon-Bremsen. |
Längere Bremswege, Stahlbremsen erfordern mehr Gefühl. |
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Fahrstil |
Präzision, Flow, Reifen schonen. |
Aggressiver, Auto über die Vorderachse zwingen. |
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Multi-Class |
Überholt GTs spielend leicht. |
Muss GTs oft auf der Bremse überholen (Risiko!). |
4. Hardware & Immersion: Das Maximum herausholen
Gerade bei Prototypen ohne ABS ist das Feedback des Autos überlebenswichtig. Hier kommt professionelle Hardware ins Spiel.
Haptisches Feedback (Pedale & Sitz)
In LMU ist das Feedback über blockierende Räder (Tire Slip/Lock) im Lenkrad oft subtil.
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Lösung: Nutzung von SimHub in Kombination mit Shakern oder haptischen Pedalen.
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Einstellung: Erstelle ein Effekt-Profil, das den Wheel Lock und Tire Slip direkt auf das Bremspedal oder den Sitz überträgt. So spürst du den Grenzbereich, bevor du ihn im Lenkrad merkst oder Rauch im Rückspiegel siehst.
- JKSIMTECH HapticPro4 Rumblesystem mit Optimiertem EffektProfil(Plug and Play)
Das Dashboard
In einem engen LMP-Cockpit ist die Sicht oft eingeschränkt.
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Dashboard-Tipp: Nutze ein externes DDU (Dashboard Display Unit) über SimHub.
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Wichtigste Daten:
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Reifentemperaturen: In LMU entscheidend. Zu kalt = kein Grip, zu heiß = Gummipudding.
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Delta: Um Pace-Management zu betreiben.
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Treibstoff-Rechner: Da es keine Tankreserven wie im Arcade-Racer gibt.
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Fazit
Ob du dich für den rohen, mechanischen Grip des LMP3 entscheidest oder die High-Downforce-G-Kräfte des LMP2 bändigen willst: Le Mans Ultimate bietet für beide Klassen eine fantastische Plattform.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht nur im Setup, sondern auch darin, wie du die Signale des Autos interpretierst. Mit dem richtigen Rig, präzisen Pedalen und einem gut konfigurierten Dashboard wird aus dem Kampf gegen das Auto ein Tanz auf dem Asphalt.
Welche Klasse bevorzugst du in LMU? Bist du Team Oreca oder Team Ligier? Schreib es uns in die Kommentare!
Dieser Artikel wurde präsentiert von [JKSIMTECH Manufaktur Simracing Hardware] – Dein Partner für High-End Simracing Hardware, von Conspit und Simagic bis zu Custom-Hardware Made by JKSIMTECH.
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