Erklärung und Anleitung zum Einstellen eines Shakeit Effektes in Simhub

Erklärung und Anleitung zum Einstellen eines Shakeit Effektes in Simhub

Erklärung und Anleitung zum Einstellen eines Shakeit Effektes



Detaillierte Erklärung der Einstellungen anhand Effekt Beispiel("Wheels lock")

Allgemeine Lautstärke

  • Slider (oben rechts, "100%"): Dies ist die Master-Lautstärke für diesen spezifischen Effekt.

    • Bedeutung: Selbst wenn der Effekt rechnerisch 100% Signalstärke ausgibt, wird er durch diesen Regler begrenzt.

    • Tipp: Stelle dies zunächst auf 100% und regle die Gesamtlautstärke im Hauptmenü ("Motoren Ausgabe"), um Clipping (Übersteuern) zu vermeiden.

2. Effekt-Verräumlichung (Spatialization)

      • Das Konzept: Was macht der "Modus"?

Der Modus fungiert als Verteilerweiche. Das Spiel sendet Daten für vier Räder: Vorne Links (FL), Vorne Rechts (FR), Hinten Links (RL), Hinten Rechts (RR). Deine Hardware hat aber vielleicht nur 1, 2 oder 4 Motoren. Der "Modus" sagt SimHub, wie es die 4 Signale des Spiels auf deine Hardware zusammenmischen soll.


Die Einstellungen im Detail

Hier sind die gängigen Optionen, die du in diesem Menü findest, und wann du sie nutzen solltest:

A. Front / Rear (Vorne / Hinten)

Dies ist der Modus für Setups mit Motoren an den Pedalen und am Sitz.

  • Funktionsweise: SimHub nimmt die Signale der beiden Vorderräder (FL + FR) und mischt sie auf den Kanal "Front". Gleichzeitig werden die Signale der Hinterräder (RL + RR) auf den Kanal "Rear" gemischt.

  • Warum ist das beim "Wheels lock" (Blockieren) wichtig?

    • Vorderrad-Blockieren (Front): Wenn du beim Anbremsen spürst, dass dein Bremspedal (Front-Kanal) vibriert, weißt du sofort: "Ich rutsche über die Vorderräder" (Untersteuern). Du musst die Bremse leicht lösen, um wieder lenken zu können.

    • Hinterrad-Blockieren (Rear): Wenn es unterm Hintern (Rear-Kanal) vibriert, blockieren die Hinterräder. Das ist gefährlich, da das Heck dich gleich überholen könnte (Übersteuern/Dreher). Du musst sofort gegenlenken oder die Bremsbalance nach vorne verstellen.



B. Mono (Monophon)

Dies ist der "Sammelmodus".

  • Funktionsweise: SimHub nimmt die Signale aller vier Räder, wirft sie in einen Topf und sendet sie an alle aktivierten Motoren gleichzeitig.

  • Wann nutzen? Wenn du nur einen einzigen Rumbler/Shaker (z. B. unter dem Sitz) hast.

  • Der Vorteil: Du verpasst keine Warnung. Würdest du bei einem einzelnen Sitz-Rumbler den Modus "Front/Rear" nutzen, würdest du ein Blockieren der Vorderräder nicht spüren, da der Sitz ja als "Rear" definiert ist. "Mono" garantiert, dass du jede Blockierung spürst, egal wo sie passiert.

  • Der Nachteil: Du weißt nicht, welches Rad blockiert. Du merkst nur "Irgendwas rutscht".

C. Left / Right (Links / Rechts)

Dieser Modus teilt das Auto längs.

  • Funktionsweise: Alle linken Räder (FL + RL) gehen auf den linken Kanal, alle rechten (FR + RR) auf den rechten.

  • Wann nutzen?

    • Beim Effekt "Wheels lock" ist dieser Modus eher selten nützlich (außer du hast Rumbler links und rechts am Sitz).

    • Er ist aber genial für Effekte wie "Road Impacts" oder "Curbs". Wenn du über einen Curb auf der rechten Seite fährst, willst du, dass es auch nur rechts am Sitz rüttelt.

D. Corners (4-Ecken / 4-Kanal)

Der "Königsmodus" für volle Immersion.

  • Funktionsweise: Jedes Rad im Spiel wird exakt einem Motor zugewiesen. Vorne Links -> Motor Vorne Links, usw.

  • Hardware-Szenario: Du brauchst 4 separate Motoren (z. B. an jedem Eck des Rigs oder an jedem Pedal einzeln plus zwei am Sitz).

  • Das Ergebnis: Du kannst blind sagen: "Mein rechtes Hinterrad steht gerade still". Das bietet die präziseste Analyse für den Fahrer.


Zusammenspiel mit den "Ausgabekanälen"

Im Screenshot siehst du rechts den Bereich "Ausgabekanäle". Dieser arbeitet direkt mit dem "Modus" zusammen:

  • Der Modus (links) definiert, wie die Signale vorbereitet werden (z. B. in "Front" und "Rear" Pakete sortiert).

  • Die Ausgabekanäle (rechts) bestimmen, wohin diese Pakete physikalisch geschickt werden.

Beispiel für ein Problem: Wenn du im Modus "Front/Rear" bist, aber rechts im Menü bei "Ausgabekanäle" den Front-Kanal deaktivierst, wirst du beim Blockieren der Vorderräder nichts spüren. SimHub trennt das Signal zwar korrekt ab, hat aber keinen Lautsprecher ("Ausgang"), an den es das Signal senden darf.

  •  

3. Effekteinstellungen (Die Logik)

Hier definierst du, wann der Effekt vom Spiel ausgelöst wird.

  • Effekt Einstellungen (Nur Blockieren vs. Blockieren & Schlupf):

    • Nur Blockieren verwenden: Der Effekt feuert nur, wenn das Rad wirklich steht (0 Umdrehungen), während sich das Auto bewegt. Das ist sehr abrupt.

    • Blockieren & Schlupf verwenden (Ausgewählt): Dies ist die moderne, realistischere Einstellung. Der Effekt beginnt schon, wenn das Rad sich langsamer dreht als der Boden (Schlupf), also kurz vor dem vollständigen Blockieren. Das gibt dir mehr Vorwarnzeit ("Threshold braking").

  • Auslösen wenn Bremspedal erreicht (%) (Wert: 20):

    • Funktion: Ein Filter, der verhindert, dass der Effekt bei leichtem Bremsen auslöst.

    • Erklärung: Der Effekt wird ignoriert, solange du das Bremspedal nicht mindestens zu 20% drückst. Das verhindert falsches Rütteln beim leichten "Anlegen" der Beläge oder beim Rollen in der Boxengasse.

  • Veralteten iRacing Algorithmus verwenden:

    • Nur für iRacing relevant. Sollte in der Regel deaktiviert bleiben, da moderne iRacing-Updates bessere Telemetriedaten liefern.

4. Reaktionsfilter (Feinabstimmung des Gefühls)

Dieser Bereich (die Kurve unten links) ist das Herzstück für das "Gefühl". Er manipuliert das Rohsignal vom Spiel, bevor es an den Motor geht.

  • Die Kurve (Grafik):

    • Die X-Achse ist das Eingangssignal (wie stark das Rad blockiert).

    • Die Y-Achse ist das Ausgangssignal (wie stark der Motor vibriert).

    • Im Bild siehst du eine steile Kurve am Anfang, die dann abflacht. Das bedeutet: Schon bei wenig Schlupf gibt es viel Vibration.

  • Gamma-Faktor (Wert: 2.55):

    • Funktion: Krümmt die Reaktionskurve.

    • Erklärung:

      • Wert 1.0 (Linear): 50% Blockieren = 50% Vibration.

      • Wert > 1.0 (wie hier 2.55): Erhöht die Empfindlichkeit im unteren Bereich. Du spürst schon kleinsten Schlupf sehr deutlich ("aggressives" Feedback).

      • Wert < 1.0: Der Effekt kommt sanft rein und wird erst am Ende stark.

  • Schwelle (Threshold) (Wert: 10):

    • Funktion: Signal-Rausch-Filter (Input-Gate).

    • Erklärung: Alles unter 10% Signalstärke vom Spiel wird abgeschnitten und als 0 behandelt. Das eliminiert "Mikro-Vibrationen" oder Rauschen in den Telemetriedaten, die den Motor nur unnötig brummen lassen würden.

  • Mindestkraft (Minimum Force) (Wert: 20):

    • Funktion: Hardware-Kompensation (Output-Floor).

    • Erklärung: Extrem wichtig für Exzentermotoren. Diese Motoren brauchen oft eine gewisse Startenergie, um sich überhaupt zu drehen. Wenn das Spiel "5% Vibration" sendet, würde der Motor vielleicht gar nicht anlaufen.

    • Mit diesem Wert (20) sagst du: "Sobald ein Signal kommt, sende mindestens 20% Power an den Motor." Das garantiert, dass du jeden Effekt auch spürst.

  • Eingangsverstärkung (Input Gain) (Wert: 120):

    • Funktion: Multiplikator für das Eingangssignal.

    • Erklärung: Ein Wert von 100 ist neutral (x1.0). Ein Wert von 120 bedeutet x1.2.

    • Das verstärkt schwache Signale vom Spiel. Wenn ein Spiel sehr "leise" Telemetrie sendet, kannst du es hiermit aufblasen, damit der Effekt früher sein Maximum erreicht. Achtung: Zu hoch führt zu "Clipping" (alles fühlt sich gleich stark an).

5. Ausgabekanäle

  • Separate Ausgabekanal-Einstellungen verwenden:

    • Erlaubt es dir, diesen Effekt nur auf bestimmte Motoren zu routen (z. B. nur auf das Bremspedal, aber nicht auf den Sitz), selbst wenn im Hauptprofil beide aktiv sind. Das ist essenziell für ein sauberes Setup ("Clean Rig")

    • Beispielbild



Zusammenfassung 

Die Einstellungen auf dem Beispielbild sind sehr aggressiv und informativ eingestellt:

  1. Hoher Gamma-Faktor (2.55): Der Nutzer will sofort spüren, wenn das Rad auch nur leicht rutscht.

  2. Mindestkraft (20): Stellt sicher, dass die Motoren sofort ansprechen.

  3. Schlupf aktiviert: Es wird nicht gewartet, bis das Rad steht.

Das ist ein typisches "Performance"-Setup, bei dem Information wichtiger ist als Komfort. Du wirst sehr früh gewarnt, bevor das Auto unkontrollierbar wird.

 

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